Ahornbäume gelten als mögliche Ursache für Weidemyopathie

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pferdle
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Ahornbäume gelten als mögliche Ursache für Weidemyopathie

Beitragvon pferdle » So Okt 20, 2013 3:10 pm

http://horse-today.de/?p=111489

Ahornbäume gelten als mögliche Ursache für saisonale Weidemyopathie

[Bonn (GER)/(aid)]. Der Herbst steht bereits vor der Tür, und für viele Pferdebesitzer ist somit die Weidesaison ihrer Pferde vorerst beendet. Doch einige Pferdehalter ermöglichen ihren Tieren auch durch den Herbst hindurch bis in den Winter hinein regelmäßigen Weidegang. Grundsätzlich spricht wenig gegen eine solche Praxis. Dennoch sollten Tierhalter nicht nur den Zustand der Weiden kontrollieren, sondern auch den eventuell vorhandenen Baumbestand auf oder entlang der Wiese auf das Vorhandensein von Ahornbäumen überprüfen. Denn die Ergebnisse aktueller Studien lassen den Schluss zu, dass der Samen dieser Bäume die Ursache für die fast immer tödlich verlaufende, sogenannte atypische Weidemyopathie ist.

Bei der saisonalen Weidemyopathie, auch atypische Myoglobinurie der Weidepferde genannt, handelt es sich um eine Muskelerkrankung, die plötzlich auftritt und überwiegend letal endet. Sie betrifft ausschließlich auf der Koppel gehaltene Pferde. Die an der saisonalen Weidemyopathie erkrankten Tiere können Anzeichen wie einen steifen Gang, Koordinationsstörungen, eine schnelle Atmung und einen dunklen Urin aufweisen. In letzter Konsequenz kommt es zum Festliegen, d.h. die Tiere können dann nicht mehr aufstehen. Die Krankheit, die am häufigsten im Herbst in Erscheinung tritt, endet für 75 bis 95 Prozent der betroffenen Pferde in der Regel tödlich.

Mehrere seit Ende letzten und Anfang dieses Jahres durchgeführte Studien aus den USA und Belgien kommen zu sehr ähnlichen Ergebnissen. Demnach gilt mit grosser Wahrscheinlichkeit der Verzehr von Samen des Eschen- bzw. Bergahorns als Ursache für das Auftreten dieser Krankheit. Der Samen des Ahornbaumes enthält Hypoglycin A, ein Gift, welches im Urin und im Blut der an saisonaler Weidemyopathie erkrankten Pferde nachgewiesen werden kann. Dieses Toxin blockiert den Fettstoffwechsel in Muskelfasern mit der Folge, dass u.a. Muskeln zur Stabilisierung der Körperhaltung oder zur Unterstützung der Atmung, aber auch Herzmuskelfasern in ihrer Arbeit eingeschränkt oder behindert werden. Die tolerierbare Dosis für ein Pferd wird auf minimal 26 und maximal 373 mg/kg/Tag geschätzt. Dafür reicht die Aufnahme von 165 bis zu 8.000 Samen. Da ein Baum leicht 500.000 Samen trägt, ist eine Intoxikation bei entsprechend hoher Konzentration des Hypoglycins A leicht möglich.

Normalerweise fressen Pferde diese Samen nicht. Ist die Weide jedoch nur spärlich bewachsen und das Futterangebot gering, so sinkt die Hemmschwelle. Nicht selten werden dann auch Samen des Ahornbaumes und andere Pflanzenteile konsumiert, die sonst üblicherweise gemieden werden. Um das Risiko für eine Erkrankung ihrer Tiere zu minimieren, sollten Pferdebesitzer auf überweideten Wiesen Heu als zusätzliche Futterquelle ausbringen sowie regelmässig Mineral- und eventuell Kraftfutter anbieten. Die Wissenschaftler dieser epidemiologischen Studien empfehlen weiterhin eine Begrenzung des Weidezugangs im Herbst oder in den Monaten grosser Trockenheit auf sechs Stunden am Tag.

Für Besitzer von Pferden mit Zugang zum Samen des Ahornbaums empfiehlt es sich, sehr wachsam und regelmässig auf die typischen Kennzeichen der saisonalen Weidemyopathier bei ihren Tieren zu achten und beim Auftreten erster Anzeichen umgehend den Veterinär zu kontaktieren. Eine frühzeitige Diagnose und eine zeitnahe Behandlung stellen die beste Voraussetzung und gleichzeitig die grösste Chance für ein Überleben der Krankheit dar.
Liebe Grüße von Elke
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Re: Ahornbäume gelten als mögliche Ursache für Weidemyopathi

Beitragvon Stippi » Fr Nov 08, 2013 8:27 pm

Der Tag,an dem sich das dicke Pferd dazu entschlossen hat,seine großen Hufspuren in meinen Lebensweg einzugraben,das war,als wenn an meinem hippologischen Horizont die Sonne aufgegangen wäre"

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Re: Ahornbäume gelten als mögliche Ursache für Weidemyopathi

Beitragvon Rocky » Fr Nov 08, 2013 8:56 pm

Hallo allerseits,
der aktuelle Fall ist ja hier bei uns in der Nähe (ca. 15km).
Hörte heute das auch das letzte der 8 gestorben ist.
Vor 2 Wochen war sogar ein Schwarzwälder betroffen.
@Elke bei Weiden mit Ahornbestand oder gar Samenzugang, bin ich der Meinung überhaupt nicht mehr auf diese Weiden.
Grüße aus dem Rheinland

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Re: Ahornbäume gelten als mögliche Ursache für Weidemyopathi

Beitragvon pferdle » Sa Nov 09, 2013 12:11 am

Ich hatte einen dieser "gefährlichen Sorte Bergahorn" auf meiner unteren Weide stehen und mit Rücksprache der Gemeinde und dem Hofbesitzer wurde sie nun gefällt um ganz sicher zu gehen. Vorher hatte ich die letzten 2 Jahre, als ich das erste Mal von dem Verdacht las den Baum großzügig abgesperrt. Nicht nutzen der Weide ist nicht möglich, da auch meine Weideflächen begrenzt sind.
Ob der Baum tatsächlich der Grund dieser schrecklichen Krankheit ist oder nicht, wollt ich einfach nicht ausprobieren.
Liebe Grüße von Elke
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Re: Ahornbäume gelten als mögliche Ursache für Weidemyopathi

Beitragvon Stippi » Sa Nov 09, 2013 5:54 pm

Wir haben vor einigen Jahren eine Allee gepflanzt..Linde und Bergahorn im Wechsel.
Und wo?Natürlich entlang der Pferde weide (n).

War als Ausgleichspflanzung so vorgegeben. :fire:
Kann ich die,die das bestimmt haben,zur Rechenschaft ziehen? Ne,wohl nicht!

Ich bin aber jetzt auch nicht in Panik deshalb,die Pferde stehen im Auslauf,die Weiden sind derzeit dicht.Aber ich ich bin schon auf der Hut und wachsam.

Wenn es allerdings Frost gibt,kommen die Pferde wieder uf die Weiden als Auslauf.Zwar schon vorher satt mit Heu gefüttert,aber ich hörte auch schon davon,daß Pferde betroffen sind,die NICHT nur draußen leben sondern auch nachts aufgestallt werden.

Vielleicht ist der Ahorn nur ein kleines Puzzlestein in einem großem Ganzen....

Mich erschreckt es so,daß es grad dieses Jahr so außergewöhnlich viele sind....
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Re: Ahornbäume gelten als mögliche Ursache für Weidemyopathi

Beitragvon stephanie » Sa Nov 09, 2013 9:56 pm

leben die ahornbäume in symbiose mit irgenwas was ine erde vorkommt an toxischen dingen,oder ist das sicher mitm ahornbäumen?hans au gelesen,bin mir da au ned schlüssig was es in letztes endes doch auslöst.also gut mit heufüttern bevor pferdles auf ne solche weide kommen,scheint eine hilfe zu sein.wir ham keine bäume dieser art bei uns hier stehen,daher scheint mir au fraglich obs nur mitn den bäumen zusammenhängt,weiter beobachtn werdi das auf jeden fall.danke fürd info :wink: weitaus gefährlicher scheint mir das rausstellen bei frost und sonne,hohe fruktanwerte,in bezug auf hufrehe usw.ned zu unterschätzen ,findi.früher gabs diese phänomene aber ned,oder? :? :shock: hab da bislang nix dazu gefunden. :shock: :?:
liabe grüßle vo wotan und tina und stephi ausm sauerländle

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Re: Ahornbäume gelten als mögliche Ursache für Weidemyopathi

Beitragvon pferdle » So Nov 10, 2013 4:46 pm

Jetzt sind leider auch in Ostdeutschland Pferde an dieser schlimmen Krankheit gestorben und hier für Stephanie ein sehr interessanter Artikel, das es kein neues Phänomen ist sondern schon ein länger Bekanntes!

http://www.tsk-sachsen.de/index.php/pfe ... it/61-weid
Liebe Grüße von Elke
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Re: Ahornbäume gelten als mögliche Ursache für Weidemyopathi

Beitragvon stephanie » So Nov 10, 2013 9:43 pm

danke dir elke,hans mir durchgelesen,nun weissi bescheid,alles echt schlimm. :cry: mir tun die pferdle sehr leid,die damit befallen wurden,ned schön. :oops:
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Re: Ahornbäume gelten als mögliche Ursache für Weidemyopathie

Beitragvon Stippi » Do Apr 13, 2017 10:50 am

Heute bei uns in der Zeitung



http://www.rp-online.de/app/1.6753964
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Re: Ahornbäume gelten als mögliche Ursache für Weidemyopathie

Beitragvon Rosa » Sa Apr 15, 2017 10:06 am

Bei uns haben auch schon einige die Pferde auf der Weide. Da Gras ist nicht sehr hoch und solche Keimlinge haben gerade mal 2 Blätter und werden egal von was für einem Baum mit gefressen. Gerade unter den Bäumen ist wenig Gras und die Keimlinge fallen doch auf.
Das Thema ist doch bekannt. Schade das die Pferde das immer ausbaden müssen.
Grüsse aus Alfter
Stephan
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